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Das 1. mal im Leben Weihnachten?

Weihnachtsmarkt in Köln, 2019

Ab welchem Zeitpunkt beginnen unsere Erinnerungen? Wie erinnert man sich wohl daran, wenn die neue Heimat als solche wahrgenommen wird?

Kastellaun, die Burgstadt im Hunsrück, der erste Wohnort an dem ich mich Erinnere höchstwahrscheinlich, weil ich dort zum Kindergarten ging. Etwa Montag der 6. Dezember 1999 war der Tag, an dem ich das erste Mal einen Nikolaus gesehen hatte. Ich erinnere mich selbst heute noch daran, wie meine Eltern mich Abends aus dem Schlaf weckten und in meinen Pyjamas, schnell noch die Winterjacke drüber, nach draußen brachten. Wieso? Na um den Nikolaus zu sehen! Einen großen bärtigen Mann mit einem noch größeren Gehstock-absurderweise schien mir der Bart genauso lang zu sein, wie der weiße Stock. Ob der Mann unter dem falschen Bart jung oder wirklich alt war, weiß ich nicht mehr. Der Bart könnte aber auch echt gewesen sein. In meiner Erinnerung hat dieser weich in der Luft geweht. Na jedenfalls hatte dieser Nikolaus, nein es war nicht einer, sondern es wahren mehrere, einen sehr großen Beutel in der Hand. Meiner kleinen Schwester hatte wohl nichts davon gefallen, denn sobald einer dieser großen bärtigen Männer zu uns kam, schrie sie aus ganzem Leibe. Die dachte wohl, das war’s dann mit uns. Die schicken uns in diesem Sack weg zum Weihnachtsmann. War wohl keine so gute Idee heute Mittag der Wand mit Buntstiften eine neue Farbe und Look zu geben. Der Nikolaus hat uns dann doch nicht mitgenommen. Im Gegenteil kam aus dem großen braunen Sack jeweils zwei rote schöne Socken raus, die die man sich über den Kamin hängt-selbstverständlich hatten wir nie einen Kamin und hab auch noch nie Socken irgendwo aufgehängt.

In den Socken waren Schoko-Nikolausmännchen und ich erinnere mich noch genau, dass ich eine Walnuss hervorbrachte und sie meinem Vater schenkte. Das gute Zeug musste ich für mich behalten. Was eine Walnuss da drin zu suchen hatte, hat mich mehrere Jahre danach noch beschäftigt. Nun meine Eltern kamen auf die glorreiche Idee ein Foto von mir, meiner noch immer kreischenden Schwester und dem Nikolaus, der wahrscheinlich an dem Abend noch zig weitere kreischende Kinder ertragen musste, zu schießen. Das Foto wurde gemacht, die Nikoläuse sagten: „HO…HO…HO …!“ und das war somit meine erste Begegnung mit Weihnachten. Eine für mich damals sehr merkwürdige Situation, da ich sowas vorher noch nie erlebt hatte. Doch ausschlaggebend an dieser Erinnerung ist, dass ich mich selbst nach etwa 20 Jahren noch immer daran erinner und zurückblickend der kleinen verängstigten Ayse sagen kann:“Heimat und Tradition werden dich noch sehr beschäftigen und du wirst oft zwischen beiden Welten schweben. Das gute dabei ist, dass du Reich an Kulturen wirst und an allem (was aus beiden Welten für dich gut ist) mitmachen kannst.“ Das mir in Deutschland ein Mann in einem Nikolaus-Kostüm Weihnachten zeigt und meine Eltern immer versucht haben uns an allem zu involvieren, ermöglicht es mir heute mit Leichtigkeit am Leben teilzunehmen.

Wieder zu Hause im Warmen setzte mein Vater mich auf die Fensterbank und wir schauten nach unten auf die Straße wo die Gruppe Nikoläuse weiterzogen. Die Weihnachtslichter, die Deko auf den Straßen und der Schnee (ja! In meiner Erinnerung lag da wirklich Schnee) gab mir ein herrliches Gefühl von warmen. Auf der Fensterbank sitzend die Straße zu beobachten und dabei eine ganze Zuckerbombe an Weihnachtsschokolade in mich rein zu mampfen ist eine unbeschreibliche innere kindliche Freude.

Wie du trinkst Glühwein? Wieso hast du einen Tannenbaum mit Lichtern? WASSS du genießt auch Weihnachten?

Überraschung! Ja ich freue mich auf Weihachten genau wie all die, die Weihnachten auch feiern. Warum auch nicht? Wieso sollte man nicht daran teilhaben? Auf Weihnachtsmärkte zu gehen, um die ganzen Festlichkeiten zu genießen?! Ist es nur vorbestimmt für all diejenigen, die wirklich Christus Geburt feiern? Feiern wirklich alle Deutschen an Weihnachten Christi Geburt? Oder ist es mittlerweile einfach nur Tradition? Familienzusammenkunft?

Erinnerungen die prägen.

Egal was es ist, es macht die Menschen in den kalten dunklen Wintertagen glücklich, gibt ihnen ein Beisamen sein und wärmt die Gemüter! Als ich meine erste Socke an Nikolaus auf den Straßen in Kastellaun bekommen habe, war ich so unbeschreiblich glücklich. Für mich ging es dann so richtig los! Natürlich gefolgt von Karneval (damals Fasching)- als ich die ganzen jecken Kamelle und Bützchen rufend Süßigkeiten werfen sah. Das wiederum ist eine ganz andere Geschichte. Die Karnevals Stimmung war dann aber schon nach dem 2. Jahr Karnevalszüge weg und ich stellte mich jedes Mal krank, um nicht mit zugehen- oder ich schaffte es krank zu werden. Was ein Timing.

Die Moral dieser kleinen Anekdote ist simple: Man ist gut beraten all diejenigen, welche an Festlichkeiten oder an Bundes und Landesweiten Feiertagen teilnehmen wollen, nicht mit Verwunderung oder gar Abneigung zu verschrecken. Welche Erinnerung jemand behält, ist ausschlaggebend für weitere Momente im Leben. Wieso nicht wohltuende Tage miteinander verbringen, statt sich zu wundern, wieso ich einen kleinen Plastikweihnachtsbaum mit schönen Ornamenten und Lichtern zu Hause stehen habe.

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